Anchorage, Alaska

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Aug 18 - Aug 21, 2010

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Eins, zwei, drei im Sauseschritt
Läuft die Zeit, wir laufen mit,
Schaffen, schuften, werden älter,
Träger, müder und auch kälter.
Bis auf einmal man erkennt,
Daß das Leben geht zu End!
Viel zu spät begreifen viele
Die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur,
Drum Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist's: Reise, reise!!

(Wilhelm Busch)

Lange hat mich dieser Spruch begleitet. Oft habe ich darüber nachgedacht, mal in diesen Momenten in denen man überlegt, was glücklich macht, mal abends nach undankbaren Tagen, und manchmal aber auch einfach nur wenn ich gut drauf war. Immer wieder jedoch hat dieser Spruch mich an einen persönlichen Traum erinnert, den ich schon lange habe. 1 Jahr lang von Alaska nach Feuerland zu reisen. Und jetzt habe ich mich entschlossen diesen Traum wahr werden zu lassen.

Es gab viele Überlegungen dazu. Wann ist der richtige Zeitpunkt? Kann ich mir das leisten? Bin ich überhaupt der Typ dafür? Was erhoffe ich mir davon? Woher weiß ich, wie es danach weiter geht? Was ist das große Überziel und wie passt das da rein? Wie wird mein Umfeld reagieren?

In diesem Blog möchte ich über die Reise berichten. Über die Erlebnisse im kommenden Jahr, die Gedanken und Erfahrungen, und alles was so passiert. Wie es dazu kam, und wie die Reise vielleicht auch ein Stück verändert. Ich fände es interessant, auch eure Meinungen und Gedanken zu den Einträgen zu hören und würde mich über Kommentare und Ideen jeglicher Art sehr freuen.

Am 12. August geht es los. Zunächst werde ich noch für einen Zwischenstopp nach New York fliegen („Liegt ja auf dem Weg“) bevor es dann in Anchorage, Alaska am 18. August losgeht. Bis dahin heißt es noch all die Vorbereitungen von Impfungen, abschließenden Arztbesuchen, Reisegepäckzusammenstellung, Einlesen in die ersten Ziele, Wie kriege ich wo Geld her, und so weiter zu Ende zu bringen.
Wenn das dann alles erledigt geht es los. Oder auch schon vorher. : )

Ich freue mich auf ein sicher spannendes Jahr, von dem ich noch so gar nicht weiß was es bringen wird. Bis zum nächsten Mal,
Paul

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Aug 18, 2010

In zwanzig Jahren wirst du mehr über die Dinge traurig sein,
die du nicht gemacht hast,
als über die Dinge, die du gemacht hast.

Wirf darum alles über Bord, was dich festhält
und segle fort aus dem sicheren Hafen.

Fühle den Wind unter deinen Flügeln.

Erforsche. Träume. Entdecke.

(Spruch einer Karte, die mir zum Abitur geschenkt wurde, Autor unbekannt)

Ich bin endlich in Alaska angekommen. Nach 4 Stunden Flug von New York nach Dallas und dann nochmal 7 Stunden nach Alaska sitze ich hundemüde, aber glücklich in einem kleinen Hostel irgendwo in Anchorage, der größten Stadt Alaskas. Die ersten Eindrücke waren schon berauschend. Ich habe gerade Musik gehört, es lief der Feather Song (Filmmusik von Forrest Gump), als wir beim Landeanflug die Wolkendecke durchbrachen und sich ein unbeschreibliches Panaroma aus Bergketten und Gletschern auftat. Ganz plötzlich war jeder im Flugzeug verstummt und schaute nur aus dem Fenster.

Ich bin angekommen. Es geht los!!!

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Nachdem der Flug und die letzten Aufregungen überwunden waren, ging es endlich los. Am ersten Tag in Anchorage ging es erstmal darum sich mit der Umgebung vertraut zu machen. Ich war bei der Touristeninfo, habe noch ein paar Sachen einkauft, (für alle Fälle gibt es jetzt z.B. im Gepäck Cracker, einfache Kekse für den Nothunger auf langen ungeplanten Strecken oder eine ultrapraktische aber auch ultrahässliche Outdoorhose) und bin ein bisschen durch Downtown Anchorage spaziert. Wenn auch in einer sehr schönen Gegend Alaskas gelegen, ist die Stadt mit ca. 300.000 Einwohnern doch irgendwie wie jede andere Großstadt auch. Es gibt Einkaufszentren und Smartphones, McDonalds und WalMart, und was sonst noch dazu gehört.

Am Abend habe ich mir noch eine Dokumentation über Polarlichter angeschaut. Man kann sie hier theoretisch jede Nacht sehen, aufgrund von Wolken, Licht und mehrjährigem Zyklus, der gerade ungünstig liegt, wird das jedoch sehr unwahrscheinlich sein. Dann bin ich, immer noch unter Jetlag leidend, hundemüde ins Bett gefallen.

Am Tag darauf habe ich mir vorgenommen, eine Fahrradtour um Anchorage zu machen. Beim Frühstück habe ich noch meine neuen Zimmergenossen kennengelernt – die sich dann prompt entschlossen haben, mit auf die Tour zukommen. Patrick, Curtis, John und Steve aus den “unteren 48 (Staaten)“, waren spontan für ein verlängertes Wochenende nach Alaska gekommen und wussten selbst auch noch nicht so recht was sie tun sollten. So kam es, dass ich die Strecke statt alleine mit 4 Typen im Alter von 23 bis 31 aus Wisconsin gemacht habe.

Vom guten Wetter gesegnet haben wir eine herrliche Tour erlebt. Hatte es angeblich die letzten 4 Wochen täglich geregnet, konnten wir einen Tag puren Sonnenschein und eine gigantische Aussicht auf die mehrere Kilometer entfernt gelegenen Inseln und Gletscherketten genießen. Patrick hat sich sogar einen Sonnenbrand geholt – auch das gibt’s in Alaska. So richtig beeindruckend wurde es dann, als wir schließlich an die Küstenspitze kamen - auf der Googlemapskarte in diesem Fenster leicht westlich von Anchorage. Das Gefühl, diese Gletscher am Horizont leuchten zu sehen, war einfach unbeschreiblich. Es war ein überwältigendes Panorama.

Nach der ca. 30km langen Tour sind wir dann in das Brewhouse und später in das Humpy's um Fisch und alaskanische Biere auszuprobieren. Während der Fisch nur „ok“ schmeckte, waren die Biere richtig lecker. Ich habe jetzt auch verstanden, wie die deutschen Bierarten von Pils, Weizen, usw. sich zu den amerikanischen wie Ale, Lager, Stout usw. verhalten. Was ich auch noch nicht kannte, war die IBU, die International Bitterness Unit. Auf einer Skala bis 100 wird damit festgelegt wie bitter ein Bier schmeckt, um bösen Überraschungen vorzubeugen. Keine schlechte Idee.

Nach den Eindrücken der ersten Tage habe ich auch feststellen müssen wie teuer Alaska ist. Trotz eines Eurodollarkurses nach den Ereignissen der letzten Monate von 1,30 USD/€ tut der Aufenthalt hier dem Reisebudget weh. Um mal ein paar Beispiele zu nennen: Essen im Restaurant mit Mahlzeit, Getränk und Trinkgeld ca. 40 USD, Zug der die beiden großen Städte Anchorage und Fairbanks verbindet und etwa 7 Stunden dauert 210 USD, Mietwagen ca. 70 USD pro Tag und Busverbindungen von Anchorage im zentralen Süden bis an die obere Spitze – ca. 400 USD. Ich versuche daher einen Weg um die teuren Posten herum zu finden. Das geht z.B. mit Mitfahrgelegenheiten (Anchorage Fairbanks ca. 50 USD), Essen im Supermarkt kaufen (Dosenrind für 1 USD bei Wal-Mart - na, warst du mal lebendig?!) und Übernachtung in Hostels statt in Hotels (ca. 30 USD/Nacht).

Das nächste Ziel soll dann Fairbanks werden – um in den nahe gelegenden Hot Springs ein heißes Bad zu nehmen und vielleicht auch ein paar Polarlichter zu sehen, vielleicht klappt es ja. Ob per Zug oder Mitfahrgelegenheit – mal sehen was sich machen lässt.

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over 1 year ago by Paul

Oh ja! Ich hoffe auch, dass wir auch so lange wie möglich getrennte Wege gehen! :D

over 1 year ago by Alice

freut mich, dass du und die Outdoor Hose doch eine Zweckgemeinschaft eingegangen seid ;)

Auto
Aug 19, 2010

Ohne Auto geht in den USA ja eigentlich nichts, und in Alaska schon gar nicht. Da aber Mietwagen für längere Zeiten unbezahlbar sind und der Gebrauchtwagenkauf ein teurer und bürokratischer Akt ist, versuche ich mich irgendwie anders durchzuschlagen

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10 days ago by Nathan

hi punam! i'm a relatively nwemocer to your site i think this may be my first comment..ing although i've been oohing and awing to myself for a bit now;)always inspiring and fresh, honest and open, and of course beautiful imagery. thank you!??the b/wphoto with the couple in front of the columns on bottom left is that a 70-200??? g