Arequipa, Peru

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May 29 - Jun 02, 2011

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In Peru angekommen überlegte ich wie es weiter gehen sollte. Der Umweg über Chile hatte viel Zeit gekostet. Eigentlich wollte ich ja nach Bolivien Machu Pichu machen. Doch das wäre noch mal einen ganzen Tag allein Hinfahrt gewesen. Dazu war Hochsaison, also hohe Preise und viele Touristen. All das zusammen schreckte mich ab. Ich wollte einfach mal weiter kommen. Damit enttäusche ich wohl leider auch die liebe, sächsische Nachbarin ein wenig, für die diese Reise doch so sehr mit "Maschu Pischu" zusammenhing.

So fuhr ich direkt weiter nach Ecuador. Am Abend in Arequipa unterhielt ich mich noch mit einem Engländer und einer Australierin was denn so typisch für unsere Länder ist. Das war dann der Anlass endlich mal die vielen Gespräche auf der Reise über folgendes Thema aufzuschreiben. Was ist ...

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...Typisch Deutsch?

Eine der ersten Fragen unter Backpackern lautet meist: Woher kommst du? Auf diese Frage antworte ich mit German oder Aleman. Klar. Aber was heißt das eigentlich?

Auf der Reise habe ich vielen Menschen aus anderen Ländern die Frage gestellt, was sie über Deutschland und Deutsche denken. Was ist typisch für uns? Im Laufe der Zeit kamen einige Antworten immer wieder. Irgendwann kristallisierte sich daraus eine Tendenz. Manches habe ich erwartet, manches hat mich aber auch überrascht. Hier ein paar Eindrücke:

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- Der typische Deutsche gilt als ernst, seriös und kühl. Die Sprache hört sich für viele hart und rau an. Die Amerikaner sagen immer, es klingt, als würden wir kämpfen, die Latinos wie eine Störung im Radio. Vielleicht so wie Russisch für uns wirkt. Ich versuche immer dagegen zu halten, weil ich nicht glaube, dass wir wesentlich ernster sind als der Rest der Welt. Aber da Sprache nun mal das Erste ist, was Ausländer hören, machen sie daran auch unseren Typ fest. Oder wie würde jemand der kein Französisch spricht, Franzosen beschreiben?

- Typisch Deutschland ist Scheiß-Wetter. Aber übertrieben. Mit Weltschmerz in den Augen erzählen die Latinos immer davon, dass sie ja sooo gerne in Deutschland leben würden, wenn da nur dieses Klima nicht wäre. Dass wir einen wesentlichen Teil des Jahres auch Sonne, Grillen und T-Shirt-Wetter haben, wird im typischen Deutschland nicht vermutet.

- Typisch sind angeblich die Handtücher, mit denen der Deutsche früh morgens sein Revier am Hotel-Pool markiert.

- Der typische Deutsche liebt analytische Gespräche und das Detail. Während ein Amerikaner beispielsweise die ersten 10 Minuten eher damit verbringt das "big picture", etwa eines Reiseortes zu verstehen, hat der Deutsche in der gleichen Zeit meist schon rausgefunden, was die Highlights sind, was sie kosten, wie man dort hinkommt, und wie touristisch der Ort ist, dafür aber weniger, ob es sich überhaupt lohnt zu fahren. Der Deutsche macht Entscheidungen eher an Details fest, der Ami am Gesamteindruck. Ein spanischsprachiger Fußballkommentator schreit sich bei einem Tor die Seele aus dem Leib, ein Deutscher muss erstmal Laufwege, erfolgreiche Pässe, Schüsse aufs Tor, etc. fertig analysieren. Erst dann ruft er vielleicht ein kurzes, ruhiges "Tor". Bucht man eine geführte Tour für ein Museum, wird wahrscheinlich der Deutsche in der Gruppe die meisten Fragen stellen.

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- Deutsche Menschen sind besonders schön. Was? Ja, ist mein Ernst. In Argentinien immer wieder, und zuletzt auch in Brasilien hörte ich, dass der deutsche Typ besonders schön ist. Männer wie Frauen waren fasziniert von blauen Augen, heller Haut und hellen Haaren. Dass es viel mehr als das gibt, will mir dann nie jemand glauben. Exotisch ist wohl das, was man selbst nicht hat. Und da sieht man anscheinend im Deutschen den Gegen-Typ zum Latino.

- Typisch Deutschland im Smalltalk - Wer nur 10 Minuten für ein Gespräch hat oder nach 10 Bieren eins führen will, denkt an: Oktoberfest, Autobahn, Guter Fußball, 2. Weltkrieg. Wenn er Engländer ist, kommt das letzte zuerst.

- Als Typisch Deutsch wird Qualität und Verlässlichkeit gesehen. Klingt vielleicht plakativ, aber tatsächlich höre ich von Made in Germany vor allem auf Reisen als ein Merkmal für Qualität. Mit Ehrfurcht reden die Amerikaner über deutsche Autos und die Latinos über deutsche Biere. Dazu kommt Verlässlichkeit. Wenn es mal um Kleinigkeiten wie z.B. Geld leihen geht, sind andere Kulturen einen Tick eher geneigt einem Deutscher etwas anzuvertrauen, als jemand anderem. Eine Argentinierin meinte mal, dass sie und viele ihrer Freundinnen gerade einen Deutschen suchen, weil die "..nicht die ganze Zeit fremd gehen".

- Pünktlichkeit. Na klar.

- Mit Qualität zusammenhängend wird uns auch Organisationstalent und Fähigkeit zu Planen attestiert. Wenn etwas Deutsch ist, dann funktioniert es. Die Weltmeisterschaft ist da das Pro-Beispiel, bei der Love Parade hingegen waren viele überrascht. Wie konnte das passieren, vor allem in Deutschland?! Was die Planbarkeit anbetrifft: Gerade Latinos, die in Deutschland waren, schwärmen nahezu von Busfahrplänen, die auf die Minute vorhersagen können, wann der Bus kommt. In Lateinamerika stehen da nicht mal Zeiten! Immer wenn wir in einer Gruppe mit mehreren Nationalitäten unterwegs sind, sind es meist die Deutschen, die planen. Wo es hingeht, was gemacht wird. Wenn das gut geht, sind alle froh, dass das jemand in die Hand genommen hat, wenn es schlecht läuft, nervt das viele. Denn: Der typische Deutsche diskutiert lieber ewig, was der richtige Schritt ist, anstatt er riskiert einen falschen zu tun.

- Typisch Deutsch scheint elektronische Musik zu sein. Kommt immer wieder. Achja, und Rammstein.

- Typisch Deutsch ist wenig Trinkgeld. Wer in den Staaten Essen geht sollte sich nicht gleich als Deutscher zu erkennen geben. Immer wieder hörte ich, dass Deutsche vermieden werden. Statt satten 15-20% Trinkgeld von den Amis gibt es von uns oft nur ein bescheidenes, aber stets wohlgemeintes Aufrunden.

- Noch eine unschöne Seite: Sandaletten mit Tennis-Socken. Ich versuche immer noch eine Statistik zu kriegen, die der Welt beweist, dass viel mehr Amis dieses Modeverbrechen begehen. Aber bis das passiert haben wir den schwarzen Peter.

So könnte der typische Deutsche sein. Aber: Sind wir so? Ich würde sagen: Vielleicht nicht komplett, aber da ist schon was dran. Zum Glück kamen diese Eindrücke hauptsächlich von den Leuten, die Deutsche nicht näher kennen. Die, die mal in Deutschland gelebt haben oder enger mit Deutschen befreundet sind, berichten hingegen, dass es, wie überall, Leute von jedem Schlag gibt.

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10 months ago by Paul

scheen, nu glua, bis bald

10 months ago by Sächsische Nachbarin

hallo paulchen du hast misch nischt entteuscht,freue misch das es dir gut geht ,bis auf baldiges Wiedersehen