Belize City, Belize

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Jan 07 - Jan 10, 2011

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Jan 10, 2011

Ich war aus Kuba zurück in Cancun und überlegte wie es nun weitergehen sollte. Nach dem Intensivprogramm der letzten 6 Wochen mit Juliet (Ankommen, Sightseeing, Schlafen, Weiterfahren) wollte ich die Art des Reisens ein wenig verändern und zur Abwechslung lieber weniger Ziele angehen, die dafür aber intensiver erleben. Resultat: Ich entschied mich dafür Belize und Guatemala zu überspringen und etwas länger in Honduras zu bleiben. Ich suchte mir ein Ziel aus: Die Karibikinsel Roatan. Dort kann man tauchen lernen und nochmal die Traumstrände der Karibik erleben. Jawoll!

Ich begab mich also auf die Reise von Cancun nach Roatan. Das hieß 8 Busse und 2 Fähren, 4 Tage unterwegs. Uff! Anders als in Mexico sind die Busse hier keine erstklassigen Reisebusse, sondern alte, in den USA nicht mehr verwendbare Schulbusse. Über dem Fahrer hängt noch immer der Hinweis: "Your children's safety is our business." Sie fahren langsam, selten direkt, und sind eigentlich mindestens immer eine halbe Stunde zu spät.

Dazu kam, dass ich irgendwann 8 (!) verschiedene Währungen im Portemonnaie hatte: mexikanische Pesos, Belizianische Dollar, guatemaltekische Quetzales, honduranische Lempiras, verbliebene kubanische Pesos und kubanische CUC, US-Dollar als Notreserve für überall und Euros, die ich zum Tauschen mit nach Kuba nahm, da US-Dollar dort nicht so gern gesehen sind.

Im Bus blieb viel Zeit für Gespräche und so traf ich eine Menge interessanter Leute - u.a. eine Spanierin, die in Belize im Schulverwaltungsamt arbeitete, eine Deutsche, die sich nach 20 Jahren Arbeit bei einer Bank für 1 Jahr Auszeit entschieden hatte, einen holländischen Playboy, einen Rasta und ehemaligen Professor, der mittlerweile vom Erstellen von Holzschmuck lebte (er hat sehr sehr viel gekifft) oder ein amerikanisches Paar Mitte 20, das von ihrem Heimatort in den USA nach Brasilien reiste. Jeder erzählte so seine Lebensgeschichte, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Einmal merke ich, wie die Kultur auf Reisen eine ganz andere ist. Jeder der reist, egal mit welchem Motiv, versteht andere Reisende. Jeder sucht Informationen (Was lohnt sich zu sehen? Was nicht? Wo kann man gut übernachten? Welche Orte sollte man meiden? ...) und man hilft sich gegenseitig.

Manchmal ging das sogar soweit, dass Leute einem Dinge überließen, die sie selbst nicht mehr brauchten. So wurden mir mittlerweile schon folgende Sachen geschenkt: Ein Nationalparkausweis für sämtliche Nationalparks der USA für ein Jahr, Mückenspray, ein Schließschloss, zwei Zelte, eine Isomatte, Bücher: Paulo Coelho's 'Der Alchimist' und '11 Minuten', 'Photography for Dummies', zahlreiche Filme, Malariatabletten, ein Kochset, Adapterstecker und einen Pullover.

Und so wie mir gegeben wurde, habe ich die meisten Sachen, wenn ich sie nicht mehr benötigte, auch wieder weiter verschenkt. Erstaunlich war auch die Qualität der meisten Dinge. Das war kein Schrott. Aber was soll man machen, wenn man im Individualurlaub einen Kochtopf gekauft hat und dann wieder nach Hause fliegt?!

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