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Wenn man reist, können sich Pläne so schnell änden. Aber vielleicht ist das auch das Schöne daran!
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Aug 24, 2010
Das erste Ziel von Anchorage aus sollte Fairbanks werden. Ich war bereits auf der Suche nach einer Möglichkeit dort günstig hinzugelangen (Zug: 210 USD, einfache Strecke!). Mein erster Zimmergenosse Ken hatte mir erzählt, dass auch Autoverleihe sehr teuer wären. Er hatte gerade jemanden getroffen, der sich mit seiner Freundin einen Mietwagen für 10 Tage genommen hatte, und mit 500 USD ein spektakulär günstiges Angebot ergatterte.
Als wir darüber am Frühstückstisch mit den Jungs aus Wisconsin sprachen, kam auf einmal noch eine andere Idee auf. Sie wollten zum Denali National Park, einem großen Reservat zwischen Anchorage und Fairbanks. Dort könne man zelten, beeindruckende Landschaften und eventuell Tiere wie Bären oder Elche sehen. Ich wäre auch gern dort hingefahren, aber das relativ einsam gelegene Denali war extrem teuer und sehr touristisch. Ich hatte es mir schon abgeschminkt, dorthin zu kommen. Die Jungs waren zu viert und hatten 5 Plätze im Auto. Eine Stunde später waren wir zusammen unterwegs...
Von dieser Wendung berauscht, genoss ich die Fahrt zum Denali National Park unheimlich. Auf der 4 Stunden langen Fahrtstrecke hielten wir gelegentlich und konnten erneut spektakuläre Landschaften beobachten. Wir sahen sogar den Mount McKinley, den höchsten Berg Nordamerikas (6194m). Aufgrund des sehr klaren Himmels und der besonderen Luft Alaskas konnten wir sehr weit in die Bergmassive hineinsehen. Wir lasen, dass die meisten Berge etwa 50 km von uns weg waren, einige am Horizont sogar um die 100km. Das man soweit sehen kann, hätte ich nicht gedacht.
Durch Tank-, Essens- und Aussichtspausen brauchten wir schließlich doch eher um die 7 Stunden. Dabei wurde zum ersten Mal die Einsamkeit Alaskas deutlich. Nachdem wir Anchorage verlassen hatten, sahen wir nicht eine einzige Stadt, nur hin- und wieder einige Häuser, mal eine Tankstelle und gelegentlich eine Art Tante-Emma Laden für alles. Es war schon ein besonders Gefühl als wir in Denali ankamen, mit dem Bewusstsein keine Stadt im Umkreis von 200 km zu haben. Nichtsdestotrotz hatten wir eine tolle Unterkunft – ein paar Holzhütten am Bergbach und Sonnenschein. In absoluter Einsamkeit. Es war so passend eingerichtet, dass es nahezu perfekt war.
Den ersten Tag in Denali wanderten wir dann durch den Nationalpark. Als bekennender Wandermuffel war das für mich erstaunlicherweise kein Problem. Ich habe es sogar genossen. Nur das Gefühl, dass jederzeit ein Bär auftauchen konnte, war etwas - nun ja – beunruhigend. Die Schilder im Park empfahlen, bei einem herannahenden Bären nicht wegzulaufen. Stattdessen sollte man sich wie ein Igel hinlegen und den Bär einfach erkunden lassen. Wie? Nicht wegrennen?? Glücklicherweise trafen wir keinen Bären, denn ich weiß nicht ob ich das fertihttp://www.everlater.com/paulontour/from-alaska-to-fire-land/anchorage-alaska#g gebracht hätte.
In der Nacht wollten die Jungs dann campen und luden mich ein. Da ich Alaska bisher sonnig erlebt hatte, entschied ich mich dafür mit Ihnen zu fahren und im Auto zu schlafen, statt im Hostel zu bleiben. Das war ein Fehler. So schön das Lagerfeuer und die Gespräche waren, in der Nacht lag ich mit 4 Pullovern und 3 Hosenschichten, zitternd im Auto und fror mich zu Tode. Am nächsten Morgen verbrachte ich bestimmt eine halbe Stunde unter der warmen Dusche und genoss das Gefühl, Gliedmaßen zu spüren.
Am zweiten Tag fuhren wir nochmal in den Nationalpark. Wir sahen zwei Elche aus nächster Nähe und erkletterten einige Berge. Die Bilder davon deuten hohe Gipfel und einsame Aufstiege an. So wird es wahrscheinlich auch gewesen sein. Nach etwa 30 Minuten kehrten wir zum Auto zurück. ;-)
Schließlich trennten sich unsere Wege. Die Jungs fuhren zurück nach Anchorage und ich machte mich auf nach Fairbanks. Aufgrund mangelnder Alternativen versuchte ich diesmal durch Trampen ans Ziel zu kommen. Ich hatte bereits von einigen Reisenden und Einheimischen gehört, dass dies anders als in Europa und in den unteren 48 Staaten, in Alaska sogar ein durchaus gängiges Fortbewegunsmittel sein solle. Und siehe da – ich hatte Glück. Nach nicht mal einer Viertelstunde hielt ein Paar an und nahm mich mit. Sie waren Urlauber, gerade südlich von Anchorage unterwegs gewesen und wollten nun ein paar Tage in Fairbanks verbringen. Sie erzählten, von Ihrem Aufenthalt im Best Prop Inn, von einem Zimmergenossen namens Ken, und dass sie großes Glück hatten, einen Mietwagen 10 Tage lang für 500 USD ausleihen zu können. Wir mussten ordentlich schmunzeln als wir feststellten wie klein doch selbst Alaska ist...

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