Havana, Cuba

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Dec 21 - Dec 21, 2010

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Dec 21, 2010

Am 19.12. bestiegen Juliet und ich - endlich - das Flugzeug Richtung Kuba. Es sollte eine Reise in eine andere Welt werden. Wir würden das so genannte große Experiment live sehen - Wie würde man leben, wenn alles ganz anders gekommen wäre. Wie würde man im Sozialismus leben? Doch ein anderes politisches System war nur vordergründig, was Kuba ansonsten vom Rest der Welt unterschied. Wir sollten noch viel mehr entdecken.

Noch am Flughafen in Cancun, Mexiko, konnten wir erste Unterschiede entdecken. Unsere Maschine war ein russisches Modell, eher leicht in die Jahre gekommen. Statt auf Englisch waren Bordbeschriftung (z.B. Sauerstoffmaske, Nicht-Raucher-Hinweis, etc.) auf Russisch, dann auf Chinesisch, dann auf Spanisch, und dann erst auf Englisch.

Auffällig war auch, dass fast alle an Bord Elektrogeräte wie DVD-Player, Miniofen oder Mikrowelle im Handgepäck hatten. Als Mitbringsel für die Daheimgebliebenen, die sich solche Geräte auf Kuba nie hätten leisten können, wie wir später erfuhren. Das ging sogar soweit, dass am Flughafen Kubaner, die nicht wieder nach Kuba einreisen konnten, ein Angebot machten. Sie boten an Flüge zu bezahlen, wenn man sich bereit erklärte, Dinge für sie mitzunehmen und vor Ort an die Verwandten abzugeben. Doch wir hatten schon gebucht.

In Kuba angekommen ging die Entdeckung kleiner und großer Indizien weiter. Unsere erste Übernachtung in einer Kubanischen Familie (mehr dazu später) etwa, bot nicht nur einen sehr in die Jahre gekommenen, russischen Fahrstuhl, bei dem manche Knöpfe schon nicht mehr funktionierten (wer in den 4. Stock wollte, musste bis zum 5. fahren und dann runterlaufen). Auch der Duschvorhang mit einer nackten Frau war unüblich, vor allem für lateinamerikanische Verhältnisse.

Der eindrucksvollste Unterschied, den wir in unseren ersten zwei Tagen in Havana sehen konnten, waren die Autos. Es gab ein unglaubliches Spektrum verschiedenster Modelle und Jahrzehnte. So sahen wir russische Autos aus den 80ern, allen voran die Automarke „Moskwitsch“. Dazu gab es vereinzelt alte Mercedes-Benz‘ aus dem gleichen Jahrzehnt, jene chinesischen Reisebusse, die vermutlich von deutschen Herstellern kopiert wurden, sonstige asiatische Autos, die ich noch nie zuvor gesehen habe, Trabbis und Wartburgs aus ostdeutschen Zeiten, und das Highlight: amerikanische Oldtimer aus den 50ern.

Und alle fuhren sie. Diese Vielfalt an Autos gab auch einen ersten Einblick in die Geschichte dieses Landes: Die Überbleibsel an Autos vor dem US-Handelsembargo Anfang der 60er etwa, oder die engeren Beziehungen zu anderen kommunistisch-orientierten Regimen wie Russland, China oder der DDR.

In den kommenden zweieinhalb Wochen zeigte sich dann noch mehr, wie dieses Land so komplett anders tickte, als man es von kapitalistisch geprägten Ländern gewohnt war.

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