Havana, Cuba

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Dec 31, 2010 - Jan 06, 2011

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Jan 06, 2011

Deutschland steht wohl in den nächsten 10 Jahren kein allzu großer Wandel bevor. Vielleicht wird man diskutieren, ob man jetzt von schwarz-gelb, rot-grün oder welcher Kombiniation auch immer regiert werden will, oder ob die Mehrwehrsteuer rauf oder runter soll. Aber alles in allem werden das wohl eher moderate Veränderungen sein.

In Kuba ist das anders. In nahezu jedem Gespräch offenbarte sich der bevorstehende Wandel. Fidel (84) und sein derzeit als Präsident amtierender Bruder Raul (79) altern und werden wohl bald die Macht abgeben müssen. Viele Kubaner meinten, dass damit auch eine Ära zu Ende gehen wird - die Ära des sozialistischen Experiments ("El experimento cubano") Doch was kommt danach? Viele Kubaner haben Angst vor den bevorstehenden Veränderungen. Hier ein paar Stimmen, von dem was uns Kubaner erzählt haben:

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Was kommt "danach"?
Jan 06, 2011

"Wenn Fidel stirbt, hau ich ab. Die ganze Zeit kommen Leute aus aller Welt nach Kuba, aber wir durften nie weg. Ich will die Welt sehen. Sobald sie die Grenzen öffnen, bin ich raus." (Touristenführer auf einem Tagesausflug)

"50 Jahre unter Fidel haben uns zwar von faschistischer Diktatur befreit und uns den amerikanischen Kapitalismus vom Hals gehalten hatten, sie haben das Land aber auch bankrott gewirtschaft. Stell dir vor was passiert, wenn ein Land, in dem die Leute 20 € im Monat verdienen, sich auf einmal international öffnet. Für viel Geld für unseren Standard und für sehr wenig Geld für die Amerikaner würden die Leute ihr Land verkaufen, um endlich etwas in der Tasche zu haben. Und das Land wäre binnen kürzester Zeit ausverkauft." (Gastvater in einer Unterkunft)

"Ich habe große Angst, dass das alles wieder los geht. Damals haben Russen und Amerikaner darum gestritten, ob wir kapitalistisch oder kommunistisch sind. Wenn Fidel weg ist, geht das wieder los. Das wird nicht schön werden, und wenn es ganz hart kommt, gibt es sogar Bürgerkrieg." (Taxifahrer in Havana)

"Ich möchte meine Familie in Miami sehen. 20 Jahre sind sie schon weg und ich durfte nie dorthin. Sobald ich kann, fahre ich erstmal dorthin, sie helfen mir schon. Und dann sehen wir weiter." (Student)

"Wir leben davon, dass uns das System finanziert. Alles was man zum Leben braucht ist subventioniert. Aber der Staat ist quasi bankrott. Wir haben kaum Industrien und wenn jetzt auch noch der Staat wegfällt, wer findet dann noch Arbeit?" (Taxifahrer auf dem Weg zum Flughafen)

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Jan 06, 2011

Während der Ära Castro wohl so langsam das Ende bevorsteht, ging auch unsere Zeit in Kuba zu Ende. Juliet und ich verbrachten unsere letzte Station in Havana. In unserer letzten Woche genossen wir noch einmal das unvergleichliche Treiben in dieser karibischen Hauptstadt, mit all seiner Musik und Fiesta.

Mit unserer Clique aus Trinidad feierten wir Silvester und am Tag darauf Neujahr, was spektakulär sein sollte, aber dann so spekakulär gar nicht war. Vielleicht eine Frage der Erwartungshaltung?! Trotzdem war es schön, Nesrine, Craig, Elisabeth und co. wieder zu sehen. Wir ließen uns Cubas Nationalspiel (Domino) zeigen, was hier an jeder Ecke gespielt wird, besuchten das Museo de la Revolucion mit dem ehemaligen Sitz des Präsidenten und rauchten noch ein paar gute Zigarren.

Am 6. Januar ging unsere Zeit in Kuba zu Ende. Es hieß 'Auf Wiedersehen' zu sagen, zu einem Land, was sich in so vielen Momenten so ganz speziell und so ganz anders zeigte als der Rest der Welt. Alles in allem war es eine sehr besondere Erfahrung. Zeitgleich musste ich auch Lebe-Wohl zu meiner australischen Reisegefährtin Juliet sagen. Für sie ging es weiter in die Staaten, während ich meinen Weg Richtung Süden nun wieder alleine fortsetzte.

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Jan 06, 2011

Route:
- Flug Cancun - Havana - Cienfuegos - Remedios - Trinidad - Santiago de Cuba - Havana - Flug nach Cancun

Strecke:
ca. 1900 km

Hightlights:
- Zeitreise in vergangene Tage, mit etwa: Autos aus den 50ern, Elektrogeräte wie vor 30 Jahren
- Leben auf einer Karibikinsel: Viel Fiesta, dazu der Rum fantastisch, die Zigarren ein Traum. Guter Salat - Fehlanzeige
- Gemeinsam reisen mit Juliet, Nesrine, Craig und Elisabeth
- Geschichten der Menschen vor Ort

Menschen:
Mehr noch als zuvor, die Erlebnisse waren vor allem von den Kontakten entlang der Reise geprägt. Zahlreiche Begegnungen, von Minuten bis Wochen, bleiben hängen. Diesmal war ich mit Juliet unterwegs. Dazu trafen wir noch jede Menge Leute. In Kuba waren dabei:

Amerikanisches Pärchen vom Flughafen in Havana bis zur ersten Unterkunft, unsere Gastfamilien in Havana, Cienfuegos, Remedios, Trinidad und Santiago de Cuba, jede Menge aggressive Taxifahrer, Daine, das Mädel das über das Reisen lachte, die "blonde Kubanerin", Gaele, die Deutsche an der Busstation in Santa Clara, Craig, Elizabeth, Nesrine, Laurence, das italienische Pärchen, Ian der Neuseeländische Design Director, der anonym Reisender Exil-Kubaner, der Taxifahrer, der uns das erste Mal erzählte, was Kubaner verdienen, Nestor, der Informatikprofessor und seine kanadische Gefährtin, Ginetera Giselle "Wie war deine Nacht bisher?", Biliana, ein als Landstreicher "arbeitender" Bettler, Tanzlehrer William und Kollegin..

.. und ganz viele Kubaner, die mir viele Anekdoten, Hintergründe und bewegende Lebensgeschichten erzählten.

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