Nov 10, 2010
Ich hatte die Grenze überquert und glaubte nach den Erlebnissen in Tijuana nun in Mexiko angekommen zu sein. Doch weit gefehlt. In Baja California, der langgestreckten Halbinsel im Westen Mexikos, begann sich ein Eindruck zu bilden, der noch viele weitere Stationen in Mexiko anhalten sollte. Mir schien es, dass viele Mexikaner, obwohl sie es nach außen ablehnen, innerlich nach amerikanischem Lebensstil streben.
So war Baja letztlich eines für amerikanische Touristen gebautes Mexiko. Übel. Das zeigte sich zum Beispiel dadurch, dass alle großen amerikanischen Ketten vertreten waren: Ob Fastfood wie McDonalds, BurgerKing und Subway, Autovermietungen wie Avis, Hertz, Budget und Dollar oder Getränkemarken wie CocaCola, Mountain Dew, Dr Pepper, etc. Gefühlt jeden zweiten Meter wurde man mit "Hello Friend" angesprochen. Wenn man sich dann rum drehte, versuchte eigentlich immer ein Mexikaner irgendwas zu verkaufen.
Auch sonst erlebt man Mexiko als Land, das wie kein anderes die USA imitiert. Am Anfang waren es Kleinigkeiten: Standards sind die gleichen (Türknaufe, die wie Schlüssel schließen), Decken werden im Hostel täglich über die Matratze gespannt statt nur darauf gelegt (typisch USA), es gibt tausende Angebote im Supermarkt wie 'Buy one get one free' oder (20% Rabatt mit Supermarktmitgliedskarte), Straßenmarkierungen sind ebenso gelb statt wie in
Deutschland weiß, und und und. Später fand ich auch, das selbst tiefer liegende Werte den Amerikanern ähnlich sind, z.B. Starker Wunsch nach Glanz und Glamour, Komfortdenken, aggressives Streben nach Geld. Es fällt schwer diese Sachen zu belegen, aber man fühlt einfach, dass Mexiko den USA viel näher ist, als etwa Ecuador. Was für eine Hassliebe.
Nun bin ich kein Kulturforscher, und meine Eindrücke sind allenfalls subjektiv. Ich möchte nicht verallgemeinern, was ein ganzes Land betrifft. Aber in dem was ich allein in den ersten Tagen gesehen habe, ließ sich doch eine klare Tendenz erkennen.
In Baja traf ich dann auf Ryan aus Minnesota, der die Panamericana mit dem Motorrad entlang fährt. Er hatte zwei Jahre lang im Finance Bereich gearbeitet. Die Parallelen waren interessant, und wir fanden, dass unsere Motive für die Reise ähnlich waren. Im Gespräch mit ihm wuchs mein Wunsch, auch einen Teil der Reise auf zwei Rädern abzufahren.
Weitere Eindrücke
Nov 10, 2010
Spanisch - Viel vergessen, kommt langsam wieder
Fahrt im Bus - Man wird oft und direkt angestarrt. Meist aber aus Interesse.
Essen - Gut aber Scharf. Ich werde leiden.
Preise - Hui - teurer als erwartet. Insgesamt etwa bei 3/4 Niveau der USA, aber weit weg von billig.
Fahrstil - Das Schlimmste was ich bisher gesehen habe. Bei Grün darf man fahren, bei Rot auch, man guckt nur nochmal kurz.
Leute - herzlich, aber Lügen ist hier nicht so schlimm. Zeigt sich zum Beispiel, wenn man nach dem Weg fragt. Jeder hilft gern. Und wenn er nicht weiß wo etwas ist, denkt er sich etwas aus. Einen Mexikaner, der sagt, ich weiß nicht wo das ist, findet man kaum. Nervig, da man nie weiß ob die Info stimmt und man wirklich ankommt.
Wetter - Fantastisch. Kein Regen, Temperaturen bei 25°C.
Umwelt - Mexikaner kümmern sich einen Dreck. Das sagen/beklagen sie sogar selbst. An den Highways liegen teilweise Parallelbahnen von aus dem Auto geworfenem Müll, in den Städten werden Sachen auf den Boden geworfen.

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