Las Vegas, Nevada

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Oct 15 - Oct 19, 2010

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Das zweite und damit letzte Ziel, was Björn und ich uns für den Abschluss unseres Roadtrips gesteckt hatten, war Las Vegas. Die Stadt in der Wüste, Fledermausland, und ein Ort der Wünsche wahr werden lässt. Angeblich. Ich hatte da so meine Zweifel, wollte aber nicht urteilen ohne da gewesen zu sein.

Mein Fazit: Ein verführerisch brillantes Marketing Meisterwerk - ohne Herz und Seele.

Die verschiedenen Eindrücke, die zum Fazit führten, sahen folgendermaßen aus. Eindruck Nummer:

1 - Wow! Ankunft in der Nacht, alles leuchtet, strahlt, glitzert, ein Orgasmus für das Auge. Lichtshows, Musik, Stripclubs, fantastische Hotelanlagen, Limousinen, feiernde Menschen, ...

2 - Wow! So günstig! Wir übernachten die erste Nacht im Hostel ($18 p.P.), die zweite im Nobelhotel Luxor ($50 p.P.) und entscheiden uns noch eine Nacht zu bleiben.

3 - Wow! Wir hören, dass es kostenlose Drinks gibt, wenn man im Casino an den Automaten spielt.

4 - Boo! Wir verspielen je etwa $20 bis der erste Drink tatsächlich da ist.

5 - Wow! Wir sehen eine fantastische Wassershow vorm Bellagio, einem der berühmtesten Hotels Vegas

6 - Boo! - Der ständige Gedanke, 'Wenn ich später mal Geld habe komme ich nach Vegas und lasse es mir richtig gut gehen' - treibt mich in den Wahnsinn. Ich nehme mir vor 500€ zu spielen, und entweder mit 1000€ raus zu gehen, oder mit 0. 'Schließlich ist man jetzt einmal hier, und so schnell kommt man nicht wieder hierher!'

7 - Boo! - Ich gehe zum Poker - ich spreche mit einem Deutschen, der schon etwas länger da ist. Hier sitzen angeblich Einige, die Fische (Touristen mit kleinen Einsätzen) professionell abziehen. Sei es durch gemeinsames Spielen oder einfach durch das Übergewicht dank großer Geldhaufen!

8 - Wow! - Ich gehe zum Black Jack - und gewinne $30, am Automaten noch einen Hauptgewinn, jedoch noch mit geringem Einsatz, immerhin $20. Vielleicht schaffe ich es ja das System zu besiegen? Vielleicht bin ich ja der glückliche Gewinner?

9 - Boo! - Ich will mehr Kitzel und gehe zum Roulette. Ich verliere prompt $150.

10 - Boo! - Um nicht heißzulaufen, gehen wir erstmal was essen. Alles ist etwa 1,5 mal teurer als San Francisco, das schon nicht günstig war.

11 - Boo! Überall wo die hoteleigenen Sicherheitskräfte nicht gucken können oder wollen, sitzen Herrscharen an Bettlern. Viele rufen oder schreien nach Geld. Nur zwei Blocks abseits des Strips (Hauptallee) sind die Häuser schäbig, und der Glamour ist vorbei.

12 - Boo! Wir gehen zurück zum Hotel, ich spiele nochmal Black Jack, Roulette, Automaten, und verliere mittlerweile angerauscht etwa $200.

13 - Boo! - Ich muss feststellen, dass man leicht angetrunken, viel schneller schlechte Entscheidungen trifft. Man tappt viel schneller in die psychologische Falle 'Ich erspiel das Verlorene schnell wieder zurück'. Ich hab keinen Bock mehr, das restliche Budget zu verspielen...

Ich stelle fest, die Stadt hatte mich anfangs in Ihren Bann gezogen. Zuerst lockte sie - mit Sex, Drugs und Rock n Roll, oder wie man die Konzentration von Partystimmung noch nennen will. Man war bezaubert. Dann realisiert man, dass man die Zeit nutzen sollte, die Stadt ist schließlich in der Wüste und nicht um die Ecke, so oft kommt man nicht mehr her. Von der kurzen Ersparnis überrascht (Hotels und Flüge werden absichtlich günstig gehalten), hat man mehr Geld als erwartet und nimmt sich vor das auszugeben.

Wenn man es dann verspielt hat, versucht man es mit mehr Einsatz zurück zu holen. Und wenn man nicht aufpasst, dann geht es einem wie den vielen Bettlern auf der Straße, die für ein klein bisschen Glamour ganz viel geben mussten. Dass es so eine Stadt nur in Amerika geben kann, überrascht dann auch nicht mehr.

Daher mein Fazit: Ein verführerisch brillantes Marketing Meisterwerk - ohne Herz und Seele.

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over 1 year ago by Paul

Hey Sophie, freut mich zu hören! Vielleicht auch ein kleiner Anreiz?! :-) Ich hoffe dir geht es gut!

over 1 year ago by Sophie

Hi Paul, immer wieder eine 'nette Auszeit', wenn ich Deine Reiseberichte lese. Genieß die Zeit! Sophie