Los Angeles, California

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Oct 20 - Oct 24, 2010

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Oct 24, 2010

Von bestimmt 15 Personen habe ich vor oder während der Reise gehört: "Sieh dir unbedingt San Francisco an, aber Los Angeles kannst du dir schenken." Alle waren sich einig. So war ich auch schon etwas voreingenommen als wir nach Los Angeles kamen. Vielleicht hätte ich mir die Stadt sogar wirklich geschenkt, wenn wir nicht das Auto hätten abgeben müssen.

Am 21.10. gegen 12 Uhr ging dann offiziell eine fulminante Zeit auf dieser Reise zu Ende. Björn und ich gaben das Auto zurück, was uns die letzten 28 Tage durch den Westen der USA gefahren hatte. Die Zeit mit Björn war somit der Hauptteil des Abschnitts USA-Festland gewesen, und Björn bis dahin der engste Kontakt auf dieser Reise.

So verbrachten wir fast die ganze Zeit miteinander und lernten die Pros und Kontras gemeinsamen (Langzeit-)Reisens kennen. Das Positive war aus meiner Sicht vor allem die persönliche Beziehung, die man in dieser Zeit aufgebaut hat. Statt immer neue Leute kurz kennenzulernen, lernte man jemanden richtig kennen, was ihn ausmacht, seine vermeintlichen Stärken und Schwächen. Im Gegenzug sah man auch sich selbst in einem anderen Licht. Es gab endlose Gespräche zwischen Björn und mir. Mit dem Wissen, dass man sich jetzt zwar intensiv, später aber wahrscheinlich nicht wieder sieht, konnte man ganz befreit reden. Über Gott und die Welt, über die Erfahrungen auf Reisen, über die Pläne danach, über die kleinen und großen Probleme im Alltag. Auf jeden Fall eine tolle Erfahrung.

Im Gegenzug waren wir natürlich auch gezwungen, den anderen die ganze Zeit auszuhalten. Dass Björn und ich dazu noch Einzelkinder sind, machte es auch nicht leichter. Schlafen wir heute im Motel oder im Auto? Kaufen wir vorher ein oder gehen wir unterwegs was essen? Fahren wir zum Grand Canyon, Yosemite National Park, Death Valley oder nach Las Vegas. Wir waren doch gestern schon ...Nehmen wir den Anhalter mit? Fahren wir wieder zu zweit weiter? Bleiben wir hier noch einen Tag oder fahren weiter? - Das waren so Dinge, auf die musste man sich erstmal einigen.

Es war nicht immer harmonisch. Ja, wir haben uns auch mal (!) gestritten. Denn wir hatten ja beide Recht. Aber irgendwie haben wir es doch hingekriegt. Und ich muss sagen, das war es wert. Ich wurde oft gefragt, wie diese Zeit zu zweit auf 4 qm war. Ich bereue die in Vancouver getroffene Entscheidung, die USA mit Björn im Auto zu bereisen, kein Stück. Die positiven Erlebnisse überwiegen absolut, und gelegentlicher Zwist gehört einfach dazu. Wer weiß wie es sonst gekommen wäre...

Achja, eigentlich wollte ich ja über Los Angeles schreiben. Die 15 Leute hatten übrigens Recht, die Stadt kann man sich schenken. Sie ist unheimlich groß (wir fuhren über 1,5 Stunden eine Straße mit dem Bus entlang), die berühmten Strände wie Venice Beach oder Santa Monica waren ganz nett, aber nicht so der Hit, Hollywood und Beverly Hills eine Enttäuschung. Vom Flair der großen Kinowelt war wenig zu spüren, und dass was da war, schien sehr aufgesetzt. Mag sein, dass ich voreingenommen war, aber L.A. war einfach nicht mein Ding.

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- Zum ersten Mal auf der Reise habe ich mitbekommen, wie jemandem etwas gestohlen wurde: Einem Italiener wurde ein Desktop-Computer aus dem Zimmer gestohlen. Er war jedoch auch nicht ganz unschuldig: In den zwei Monaten die er da war, stand sein Computer jeden Tag im 8-Bett Zimmer, das selten abgeschlossen war.
- Wir sahen Jackass 3D (Daumen hoch!). Als wir aus dem Kino kamen sahen wir eine lange Menschenschlange Erst konnten wir nur etwa 10 Meter weit sehen, dann einen Block. Die Schlange hörte nicht auf. Insgesamt 7 Blocks Menschenschlange zählten wir. Als wir fragten, worauf alle hier warteten, erfuhren wir, dass dies die Weltpremiere von Paranormal 2 (Irgendein Vampirkramsfilm) sei. Alle warteten darauf, dass Stars kamen. Aber am Ende war wohl niemand da!
- Freak-Show am Venice Beach. Man muss da gewesen sein, um es zu glauben: Alt-Body-Builder im kostenlosen Muscle Park, Rastas auf Rollschuhen, die Gittare spielen, Tausende kleine Shops, in denen man sich legal für Gras registrieren lassen kann ("The doctor will find a reason!"), Skater, Surfer, Alt-Hippies, Bettler, und und und - Hier mischten sich die ganz harten Kaliber kalifornischer Lebensweise.

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Kaum zu glauben - aber die Anzeige im Auto sagte uns, dass wir seit Seattle 3388 Meilen bzw. über 5400 Kilometer gefahren sind.

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