Jul 13, 2011
In Medellín wollte ich eigentlich nur ganz kurz halten, bevor es weiter zur kolumbianischen Karibikküste gehen sollte. Vielleicht einmal durch die Stadt laufen dachte ich. Aber dann kam alles anders.
Schon der erste Tag begrüßte mit herrlichem Wetter und ließ die Kulisse Medellíns, eine Stadt im Tal umgeben von lauter Wäldern, traumhaft strahlen. Das Hostel, Casa Kiwi, war ebenfalls sympatisch, und lud mit seinen 3 Terrassen mit Ausblick ein, die Kulisse auch so richtig zu genießen. Dazu kamen sympatische Leute, im Hostel wie auch bei Couchsurfing und schließlich noch der Pianist Joe. Ich ging viel schwimmen, bereitete mich noch auf einen Spanisch-Test vor, alles in allem eine echt nette Zeit.
Dabei war es gar nicht so gut los gegangen. Am Flughafen in Quito hatte man mir nämlich gesagt, dass ich nicht nach Medellin fliegen könne. Mein Flug sei nicht im System zu finden. Ich zeigte meine Buchungsbestätigung mit dem 21. Juni. Aber nichts. Wir rätselten und rätselten, bis wir irgendwann die Lösung fanden. Ich hatte den Flug gebucht, aber am 21. Juli. Argh! Zähneknirschend zahlte ich den Aufpreis.
Doch es war gut trotzdem nach Medellin zu kommen, und sich nicht einfach den Aufpreis zu sparen. Nur so lernte ich Natalia von Couchsurfing kennen, die mich für eine Woche bei ihrer Familie aufnahm. Zusammen mit ihrer Schwester und ihrer Mutter teilten wir uns die kleine Wohnung. Die beiden Mädels zeigten mir die Stadt und halfen bei allen touristischen Wehwehchen, während die Mama mir sogar 3 Mahlzeiten pro Tag bereitete und sogar ein paar meiner Kleidungsstücke nähte. Ich muss sagen, ich bin immer wieder von der Herzlichkeit beeindruckt, mit der so viele Menschen bei Couchsurfing engagiert sind.
Ebenfalls über Couchsurfing stieß ich auf Joe. Der junge Deutsche in meinem Alter hatte ein spannendes Projekt. Ausgestattet mit Klavierspieltalent wollte er mit seinem Piano auf Reisen gehen und vom Spielen an verschiedenen Teilen der Welt leben. Zusammen mit diesen Ambitionen kam natürlich eine muntere, aufgeschlossene Persönlichkeit. So sprudelten in der Woche, die wir zusammen wohnten, nur so die Ideen. Joe ich wünsch dir viel Mut, Ehrgeiz und Erfolg für dein Projekt!
Als ich dann endlich bereit war weiter zu ziehen, waren statt 2 Tage auf einmal 3 Wochen vergangen. Doch da ich zum jetzigen Zeitpunkt ganz frei und ohne abzuhakende Checkliste reisen gelernt habe, machte mir das überhaupt nichts aus. So verließ ich die Stadt als der Zeitpunkt dafür gekommen war.


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