Dec 11, 2010
Es ist 5.30 Uhr. Mir ist übel. Die 7 Stunden lange Nachtfahrt von Oaxaca nach Puerto Escondido war wohl das Schlimmste was ich an Busfahrt und mexikanischem Fahrstil erlebt habe. Juliet, Jono und ich waren alle kurz davor uns zu übergeben.
Es gibt viele Arten in eine Kurve zu fahren. Aber noch vorm Einbiegen in die Kurve zu beschleunigen ist wohl das Dümmste was man machen kann. Unser Microbusfahrer hatte genau das getan, Kurve um Kurve, immer schön mit 80 km/h, in die Kurve, die ich daheim mit 30 fahren würde. An schlafen war da nicht zu denken.
Uns ist nicht nur übel, sondern auch kalt. Wir haben die Nacht gefroren und schleppen uns in unser Hostel. Da es so früh ist, ist die Rezeption noch nicht besetzt, und das Haus verschlossen. Grummelig zerren wir unser Gepäck durch den Sandweg zu den Hängematten im Garten hin. Es bläst ein kalter Wind. Ich ziehe meine zwei Pullis an, die ich zusammen das letzte Mal in Alaska anhatte. Dann schlafe ich ein.
Als ich aufwache ist der Ort wie verwandelt. Die Sonne scheint, es riecht nach Ozean und frischem Kaffee. Andere Gäste sind aufgewacht und lachen beim Frühstücken. Wir können unseren Augen kaum trauen.
Dann kommt eine Israelin im Bikini und fragt uns lächelnd, warum wir so grimmig und winterlich aussehen...
Das war der Startpunkt eines einzigartigen Momentes auf dieser Reise. In Puerto Escondido fanden wir das klassiche Backpackerdomizil. Ein gemütliches Hostel, direkt am Strand, unter Palmen. Dazu eine Atmosphäre die einen einfach nur alle Probleme der Welt vergessen lässt. Alle sind entspannt, lachen, lassen es sich gut gehen.
Alle, das waren Backpacker aus aller Welt. Aus Israel, Dänemark, Schweden, Spanien, Argentinien, Australien, Deutschland, Italien, Österreich, Schweiz, und und und...
Ähnlich war es dann im benachbarten Dörfchen Mazunte, wo wir ebenfalls 3 Tage blieben. Paradiesisch schöne Landschaften und mit vielen Backpackern.
Doch nicht nur Rucksachtouristen gab es, sondern auch jede Menge anderer Charaktere. Da war das Pärchen von Spanier und Österreicherin um die 30, die hier seit 4 Jahren leben und ein Hostel führen. Dann ein anderes Pärchen aus Neuseeland, dass hier vor 2 Jahren hergekommen ist und seitdem für andere Backpacker leckere Schokolade herstellt, einen Polen, der hier immer für 4 Monate im Jahr herkommt und gerade dabei ist, hier ein Grundstück als Plan B zu erwerben.
Puerto Escondido und Mazunte waren eine Auszeit. Es war das Leben im puren Jetzt, im Paradies. Ohne Sorgen. Jeder der dort ankam, wurde von dem Zauber des Ortes eingefangen und entspannte sich automatisch. Es fiel schwer sich zu verabschieden. Manche, die wir trafen, wollten nur für ein paar Tage bleiben und zählten mittlerweile die Monate. Und einer der war schon über 40 Jahre da.
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over 1 year ago by Paul
du das war so standard in der gegend. traumstrände, aber alles ohne viel touriservice. lieber so als mit megaresort. oh ja, bin froh wieder ein bisschen was auf dem Kopf zu haben :)
over 1 year ago by Julia
Also das letzte Photo ist ja ein Traum, aber das Bad...naja du bist jung und brauchst das Geld. P.S. die langen Haare finde ich eindeutig besser :)

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over 1 year ago by Sven
WOW! Sieht wirklich nach einem Paradis aus! Wenn ich gerade aus meinem Fenster auf den grauen Himmel und die grauen Betonbauten schaue, würd ich jetzt auch viel lieber dort sein! Scheint ja auf jeden Fall ein Trip wert zu sein, um mal etwas zu entspannen!