Santiago de Cuba, Cuba

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Dec 28 - Dec 30, 2010

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Dec 30, 2010

Kuba ist groß. Das wurde mir erst so richtig bewusst, als wir an das andere Ende der Insel fuhren. Etwas mehr als 1200 km braucht man, wenn man von West nach Ost fährt. Für eine Karibikinsel ist das enorm. Davon gibt es keine zweite. (Zum Vergleich Deutschland Nord-Süd Ausdehnung beträgt ca. 875 km)

Wir fuhren nach Santiago, der anderen großen Metropole auf der Insel. Bekannt für die vielen Handlungen aus den Tagen der Revolution, findet sich hier viel Kultur wie etwa ein Friedhof, der so ziemlich alles beherbergt, was in Kuba in den letzten 100 Jahren mal einen Namen gehabt hat. Außer Fidel. Der lebt noch. Vielleicht.

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Wer in Kuba nicht pauschal vorbucht und in den Hotel Resorts übernachtet, hat eigentlich nur noch eine Option zur Übernachtung: Die Casa particulares. Dieses System sieht vor, dass Familien bis zu 2 Zimmer ihres Hauses an Touristen vermietet können. Dafür muss monatlich eine Steuer von ca. 130€ an die Regierung abgeführt werden. Alle Einnahmen darüber (oder darunter) gehen auf das Konto der Familie. Im Durchschnitt lässt sich damit pro Monat ca. 500€ verdienen.

Da die Familien die Zimmersteuer abführen müssen, ob das Zimmer voll ist oder nicht, versuchen sie mit allen Mitteln Gäste zu finden. Das führt dann dazu, dass man bei der Ankunft am Busbahnhof schon mal von 10 Vermietern angeschrien wird, weil jeder sein Zimmer vermieten will. Preiskampf inklusive.

Das System haben übrigens schon viele vor uns genutzt. Unser Gastvater in Trinidad zeigte uns Fotos, wie vor ein paar Jahren die Musikgruppe Karat bei ihm übernachtet hatte.

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Dec 30, 2010

Santiago selbst zeigte sich als charmante Stadt mit interessantem Baustil. Highlight waren auch wieder die Menschen, diesmal ein kubanischer Informatikprofessor, den wir auf einem Ausflug kennenlernten. Weit über Informatik hinaus gebildet erzählte er uns über die kriegerische Historie dieses Landes. Vom Demokraten José Martí, der als Vater der Nation gilt, vom Faschisten Baptista, der das Land als Diktator regierte, von Fidel, wie er es schließlich befreite, und sich damit zum Segen und Fluch für das Land entwickelte.

Er erzählte auch von seinen Träumen. Mit ca. 50 wusste er beeindruckend viel über die Welt, doch hatte er sie nie gesehen. Doch er wollte unbedingt! Ich hab noch nie jemanden in seinem Alter erlebt, der so sehnsüchtig davon träumte, mal den Eifelturm zu sehen, oder die Freiheitsstatue, oder die chinesische Mauer. Wir versuchten ihm Mut zu machen. Es bahnen sich Veränderungen an, sagten wir. Er sagte, er brauche sie schnell, bevor er zu alt sei. Es war ergreifend.

Diese Begegnung war übrigens beim Tagesausflug auf ein altes Piratenschloss entstanden. Zusammen mit dem Professor und seiner Gefährten schossen wir über 2 Stunden Fotos mit herrlicher Szenerie. Ich hörte den Titelsong zu Fluch der Karibik (wer mich kennt, weiß wie vernarrt ich darin bin) - eine perfekte Kulisse dafür. Anfangs noch völlig harmlos ein paar übliche Fotos, steigerten wir uns zum Posing mit Karatekicks und Denkerposen. Hat Spaß gemacht.

Wieder musste ich daran denken, dass ich die Karibik nicht auf diesem Trip sehen werde. Vielleicht ist das auch, weil der Film nicht 'Karibik' heißt. Sondern 'Fluch der Karibik'. Arrgh!

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