Feb 26, 2011
Jedes Mal, wenn ich einem Amerikaner erzählte, dass ich nach Fire Land reise, guckte er mich schief an. Ich traf einige auf diesem Trip, doch nie kannte jemand diesen Ort. Erst in Feuerland fand ich heraus warum.
Tierra del Fuego aus dem Spanischen nennen wir ja Feuerland. Mit fremdsprachlichem Leichtsinn nahm ich dann einfach mal an, dass die Amis zu diesem Teil der Erde Fire Land sagen. Schien mir logisch. Aber nix is. Im Englischen übersetzen sie den Namen nicht, und er heißt ebenso Tierra del Fuego. Dooooh! Kein Wunder, dass mich kein Schwein verstand.
Fire Land jibbet nich. Und damit ist auch der Titel dieses Blogs für die Katz. Naja was solls? Lassen wir es einfach mal so - als Hommage an einen Ort, der gar nicht existiert. Atlantis lässt grüßen.
Aber das war an dieser Station nicht die einzige Fremdsprachenherausforderung. Denn ich traf einen Schweizer, Roman, mit dem ich eine zeitlang reiste. Da Schweizerdeutsch für uns Deutsche ja nicht angenehm zu verstehen ist (Schwaben vielleicht mal ausgenommen), verständigten wir uns in Hochdeutsch, was zwar alle deutschsprachigen Schweizer in der Schule lernen, aber wohl doch etwas Mühe zu sprechen kostet. Gerade für einzelne Begriffe haben sie dort andere Begriffe. So rätselte ich lange, was er denn mit Getreidestängel meinte. Irgendwann im Supermarkt machte es klick: Müsliriegel.
Roman war ein interessanter Typ. Obwohl erst 19 Jahre, sprach er bereits mehrere Sprachen fließend, hatte bereits unter Ureinwohnern Ecuadors gewohnt und war drauf und dran Südamerika auf die vielleicht unüblichste Variante zu bereisen: Auf einem Pferd. Als waschechter Outdoorreisender hatte er dann auch alles dabei was man brauchte: Ultraleichtzelt, Funktionskleidung von Kopf bis Fuß, Benzinkocher (nicht Gas), Titankochtopf (weil leichter), Daunenschlafsack und und und...
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about 1 year ago by Paul
haha yes! 2:1 für die Übersetzung von Tierra del Fuego! Elmer, I watched your Antarctica pictures with envy and those of your return without ;) - keep the spirits up, looking forward to meet up when I get back!
about 1 year ago by Elmer
Wir sind wieder zurück in die Niederlände wo mann auch spricht von Vuurland.
Feb 26, 2011
Wir wollten beide durch den nahe gelegenen Feuerland Nationalpark wandern. Da ich selbst kaum Ausrüstung dabei hatte, hätte ich alles ausleihen müssen. Wir gingen zusammen. Und begaben uns auf eine 4 Tageswanderung.
Die Wanderung war traumhaft. Den ersten Tag gingen wir noch auf befestigten Wegen, am zweiten schon durch Gestrüpp. Kürzlich erst hatte ein Sturm das Land heimgesucht, und noch dazu waren dort fleißige Biber großflächig am Werk. Wir mussten uns einige Male unseren Weg bahnen. Später dann durch Sümpfe, Steinschluchten.
Einmal trafen wir auf ein paar Wildpferde. Als wir uns heranpirschten, dachten wir noch sie seien harmlos. Doch dann bemerkten sie uns und rannten uns mit donnernden Hufen entgegen. Roman und ich erschraken. Wir griffen nach zwei großen Ästen und wedelten damit herum. Hatte fast was vom Urzeitmenschen. Doch die Tiere ließen sich nicht beirren. Was war hier los?
Wir liefen zurück ins Dickicht. Doch Pferdehaufen überall ließen ahnen, dass die Tiere selbst hier problemlos durchkommen. Hinter uns hörten wir das Schnaufen der hetzenden Tiere und wir rannten immer schneller. Irgendwann hatten wir sie abgehängt und fragten uns, was hier eigentlich passiert war.
Am dritten Tag kamen wir dann an einen Bergsee, der bei herrlichem Sonnenschein türkisblau dahin schimmerte. Traumhaft. Dem folgte ein Anstieg in einer Steinschlucht. Am vierten Tag schließlich passierten wir ein Tal mit zwölf um die 100m herabfallenden Wasserfällen und mussten nochmal ordentlich klettern. Schließlich kamen wir wieder im Hostel an. Erschöpft, k.o., aber glücklich diese Tour gemacht zu haben.

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