Nov 08, 2010
Am 07. November überquerte ich schließlich die Grenze nach Mexiko. Zu Fuß. Ein Bus brachte mich von San Diego bis auf die amerikanische Seite des frequentiertesten Grenzüberganges der Welt. Laut Lonely Planet überqueren täglich 200.000 Menschen diese Grenze.
Ganz klar handelt es sich hier aber nicht um den Übergang zweier gleichberechtigter Länder. Während sich die Autos Richtung USA aufgrund strengster Sicherheitskontrollen ins Uendliche stauten, gab es Richtung Mexiko gerade mal einen Grenzbeamten. Dieser wollte noch nicht mal meinen Pass sehen. Erst auf Nachfragen erhielt ich ein offizielles Touristenvisum, damit ich nicht bei Kontrollen in Probleme geraten würde. Alles in allem wirkte dieser Grenzübergang wie eine Osmose. Durch eine halbdurchlässige Membran getrennt lagen sich zwei Orte verschiedener Konzentration gegenüber. Nur dass hier nicht Flüssigkeiten voneinander getrennt wurden, sondern Wohlstand.
Auf mexikanischem Boden änderte sich die Umgebung dann drastisch. 50 Meter voneinander entfernt lagen zwei verschiedene Welten. Die amerikanische Seite wirkte wie ein gut gepflegter Busbahnhof mit sauberen Bussen, Gehsteigen und gut angezogenen Leuten. Die mexikanische Seite hingegen bot noch auf dem Grenzgelände das Bild typisch lateinamerikanischen Treibens: Viele kleine Stände, die alles Mögliche anboten, Taxifahrer, die jedem Weißen 'Taxi, Taxi' hinterherrufen, Kinder, die mit nur 5 Jahren schon Kaugummi verkaufen.
Zum Leidwesen der Taxifahrer nahm ich einen Bus zum Busterminal nach Tijuana. Aufgrund der Sicherheitslage Nordmexikos hatte ich mich entschlossen noch am selben Tag weiter aus dem Nordgürtel zu fahren. Am Busbahnhof angekommen überlegte ich zwischen Chihuahua (der Ort, wo die Hunde herkommen und man weitere Canyon besichtigen kann) und Baja (die riesige Halbinsel im Westen Mexikos, wo es Wüste, Sand und Tauchmöglichkeiten gibt). Ich entschied mich für Baja. Am Busterminal gönnte ich mir noch mein erstes mexikanisches Essen: Bohnen, Fleisch, Tortillas und ... viel viel Scharf.
Das bedeutete, dass ich 24 Stunden im Bus saß. Ohne größere Pausen fuhren wir durch den weniger schönen Nordgürtel, die weiten Wüstenlandschaften und schließlich in den Zielort La Paz. Auf dem Weg unterhielt ich mich noch mit ein paar Mexikanern. Bei einem stellte ich fest, dass ich den Preis für die Busfahrt noch stärker hatte runterhandeln können, als ein Einheimischer (Yes!). Der andere fragte mich, da ich Deutscher bin, wieviele Sprachen ich spreche. Ich fragte ihn dagegen wieviele Novias (etwa Liebschaften) er habe, da ich hierzu viele Geschichten gehört hatte. Wir mussten lachen als wir beide die gleiche Zahl nannten.
So beginnt nun der Abschnitt der Reise, der vermutlich noch mehr wie eigentliches Reisen sein wird. Das Entdecken unbekannter Länder. Nach der gewohnten, westlichen Welt kommt nun eine, die manchmal zwar westlich sein will, aber irgendwie doch ganz anders tickt: Lateinamerika.
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over 1 year ago by Paul
Hi Karin und Frank, schön von euch zu hören. Viele Grüße aus Tulum, Mexiko mit nachwievor 25°C Grad und Sonnenschein in ein vermutlich ein bisschen kühleres Deutschland!
over 1 year ago by Name
hallo lieber paul viele liebe grüsse aus der heimat,freue mich das esdir gut geht, viel glück auf deiner weiteren reiese . gruss karin und frank
over 1 year ago by Paul
:-)
over 1 year ago by Sven
Ich liebe das Flaggen Bild ;-) sagt so viel aus!

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