Torres del Paine, Chile

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Feb 27 - Mar 06, 2011

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Mar 06, 2011

Nach Feuerland ging es weiter nach Patagonien. Station: Torres del Paine Nationalpark, Chile. Berühmt für seine 3 Türme, die fast 1500m senkrecht in den Himmel ragen, gilt dieser Park als Highlight Patagoniens, und manchen zufolge sogar Südamerikas.

Es gibt dort zwei bekannte Touren, das O und das W. Das O ist quasi einmal im Kreis durch den Park, das W ist eine Route, die wie ein W verläuft, und an den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten des Parks vorbeiführt: einem Gletscher, weite Landschaften, Bergwasserfälle und schließlich den Türmen. 5 Tage geht diese Tour. Ich entschied mich für das W.

Diesmal hatte ich aber keinen Schweizer wie zuvor in Feuerland mit High-Tech-Ausrüstung dabei. Ich musste mir alles zusammensuchen und ausleihen. Zelt und Isomatte hatte ich, an meinem Rucksack/Trolley schraubte ich die Räder ab und hatte somit einen einigermaßen komfortablen Wanderrucksack. Den Rest lieh ich mir aus.

Verpflegung empfahl sich im Vorfeld zu kaufen, und auch Klamotten sollte man für alle Wetterlagen dabei haben. Aufgrund der Nähe zum Gletscher entstehen hier wohl so genannte Mikroklimas, die dafür sorgen, dass es innerhalb von einer Stunde zur nächsten von Regen zu Sonne und dann wieder zu Schnee springen konnte. Mit alledem kam ich auf ein Rucksackgewicht von ca. 18 kg. Uff!

Die Tour ging los, doch gleich am ersten Tag im Park hatte ich Pech. Aber so richtig. An meinem Zelt brachen die Stangen, an meinem Rucksack riss der Reißverschluss, meine ultrapraktische aber auch ultrahässliche Outdoorhose riss am Hintern auf. Ich stellte fest, dass ich meine Zahnbürste vergessen hatte, meine Brille ging kaputt, und zu allem Überfluss fand ich meine Tasse, die ich am Abend liegen lassen hatte, am nächsten Morgen als Sockenhalter benutzt wieder. Argh, ich war sauer!

Aber: Wenn das Leben dir 'ne Zitrone gibt, frag nach Salz und Tequila!

Mein Zelt ließ ich liegen, und schlief von nun an in ausleihbaren Zelten (gibts dort im Nationalpark, ach gucke), meine Hose und Rucksack flickte ich mit Ducktape (dieses robuste Silberklebeband), als Zahnbürste benutzte ich übergangsweise meinen Finger, meine Brille trug ich für die Zeit im Park nun ohne Bügel, und der Benutzer der seine Socke in meine Tasse stopfte und ich einigten uns stillschweigend darauf, dass er mir seine Tasse überließ.

All das hatte auch sein Gutes. Aufgrund des Zeltes war mein Gepäck nun einiges leichter. Die Zahnputzsache trieb mich an, die Tour in 4 statt in 5 Tagen zu schaffen, und an einer Station fand ich in meinem Ausleihzelt sogar eine Matratze. Für die Nacht war ich der King! Always look on the bright side of life.

Am letzten Tag hieften wir uns dann nochmal um 4 Uhr nachts im Dunkel einen 400m Anstieg hoch. Grund: Die Türme sollen bei Sonnenaufgang am beeindruckendsten sein. Als ich dort oben dann ankam, standen zwei Sachen fest: Der Nationalpark hatte tolle Landschaften, viel interessanter als die Türme selbst. Und: So schnell geh ich - nicht wieder wandern.

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