Trinidad, Cuba

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Dec 25 - Dec 27, 2010

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Weihnachtsheimweh
Dec 25, 2010

Am Morgen des 25.12. habe ich das erste Mal Heimweh. Ich stelle mir vor, wie gerade zur Zeit um die Weihnachtstage Familie und Freunde sich daheim treffen, zum Bratenessen oder zum alljährlichen Treffen in unserer Heimatkneipe im Canapé.

Ich würde jetzt gern den weihnachtlichen Duft riechen. Oder von alten Freunden hören, was sie so im letzten Jahr gemacht haben. Oder einfach nur bei der Bescherung mit der Familie merken, dass jemand an einen gedacht hat. Stattdessen sitze ich hier in Kuba bei Sonne und 25°C. Naja zugegeben, es könnte schlimmer sein.

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Dec 27, 2010

Trinidad, unsere nächste Etappe, war zwar wie gewohnt alles andere als weihnachtlich, jedoch gab es doch das eine oder andere heimwehlindernde Highlight. Zunächst jedoch mussten wir erstmal dort hinkommen. Wir befanden uns ja noch in Remedios bei den Parrandas. Dort wollten am Morgen nach der großen Feier tausende Menschen zurück zum Rest Kubas.

Nunja, bei uns würden bei solch einem Event besondere Busse oder Shuttles zur Verfügung gestellt werden. Nicht aber in Kuba. Hier gibt es kein System für Angebot und Nachfrage. So war es fast zynisch, als der tägliche Regionalbus mit 30 Plätzen am nächsten Morgen vorfuhr. Obwohl 30 Glückliche davon fuhren, war die riesige Menschenmasse kaum kleiner geworden.

Was tun? Juliet und ich sprachen noch ein paar weitere Reisende an. In Kuba ist irgendwie jeder Nicht-Einheimische automatisch dein Freund (Außer die Russen, die verstehen oft kein Englisch). Auf einmal waren wir zu 6. Wir hielten ein privates Fahrzeug an und fragten, ob man uns für 20 € mit in die nächst größere Stadt nehmen könne. Wer schlägt schon ein Monatsgehalt für 1 Stunde Fahrdienst aus? So saß ich im nächsten Moment mit Juliet, zwei weiteren Australiern, einem Italiener und einem Griechen irgendwie übereinander gestapelt im Auto. Auf zur nächsten Etappe.

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In jener nächst größeren Stadt Santa Clara hatten wir natürlich gerade den, auch nur einmal täglich fahrenden Bus, nach Trinidad verpasst. Wir hätten einen Tag warten müssen, hätten wir nicht Elisabeth und Craig kennenlernt. Das Ehepaar aus Norwegen (Sie) und Südafrika (Er) wollte auch nach Trinidad. Wir konnten uns ein Taxi teilen und kamen sogar noch besser bei weg als beim Bus.

Die beiden stellten sich als klasse Reisegefährten heraus, mit denen wir uns super verstanden. Mehr als bei den üblichen Reisebekannten redeten wir über die persönlichen kleinen und großen Dinge des Lebens. So fanden sich ganz weit weg von daheim wieder ein paar gute Freunde.

In Trinidad angekommen, vergrößerte sich unsere Runde noch mal. Insgesamt zu zehnt und etwa zu gleichen Anteilen aus Europa, Afrika (was sonst sehr selten ist) und Australien verbrachten wir zwei schöne Tage. Wir versuchten uns im kubanischen Salsa, gingen in ein russisches Strandresort und später zu einer Riesenparty in einer Naturhöhle. Auch in dieser Runde war der Zusammenhalt irgendwie viel größer. Die Gespräche fühlten sich noch intensiver an als auf den anderen Stationen. Vielleicht lag das daran, dass wir alle gerade daheim Weihnachten verpassten.

Weihnachten war dann auch noch etwas angenehmer - Dank dem Meer und Frankreich. Das Meer schenkte mir dieses Jahr einen einmaligen "Weihnachtsbraten" - Es gab Hummer. Aus Frankreich kam ein Mensch, der mit Weihnachten '10 immer in Zusammenhang stehen wird: Nesrine. In unserer Gruppe war sie die Person, der ich mich am nächsten fühlte. Über mehrere Tage lang unterhielten wir uns unvergleichlich über alles: Kuba, Sprachen, Philosophie, höhere Mathematik (ich war eher Zuhörer), das deutsch-französische Verhältnis, Europa und den Euro, Karriere, politische Systeme, den typischen Deutschen, den Plan B im Leben, und und und...

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Verwöhnen in Kuba. Was in Deutschland teuer importiert werden muss, kann der Kubaner jeden Tag genießen. Zum Beispiel:

- Hummer für etwa 15 € im Restaurant und 8 € in der Gastfamilie gibt es eine Riesenportion des Luxustiers. Mein Fazit: Lecker, aber den Hype nicht wert.

- Rum - den in Deutschland erhältlichen Havana Club mit hellgelbem Etikett, gibt es hier für 3 €. Für den Preis, den wir in Deutschland aufgrund von Steuern und Zöllen berappen müssen, gibt es hier einen Havana Club 15 Jahre. Das ist kein Alkohol mehr, das ist Elixier. Geiles Zeug!

- Kaffee - für 5 Cent gibt es hier Espresso, der sich vor Italien nicht verstecken muss. Der kleine Koffeinshot zwischendurch. Kann man sich dran gewöhnen!

- Zigarren. Natürlich. Wer günstig will, fängt bei umgerechnet 5 Cent das Stück an. Qualität: Gut. Raucht jeder Kubaner auf der Straße. Wer wirklich Luxus will, kriegt für 3-10 € (weit weniger unter der Hand bei den Jineteros) ein Geschmackserlebnis der besonderen Art. - Cohibas, Churchills, Romeo y Julietas, H. Upmanns. Machen alle süchtig. Ich habe mir ein 25er Pack mitgenommen, 12 Tage später war es alle! In Deutschland hätte mich das ca. 500-700€ Euro gekostet. Hier war es ein Bruchteil davon.

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Unsere Zehnergruppe (einschließlich Nesrine, Craig und Elisabeth) verstand sich übrigens so gut, dass wir uns verabredeten, Silvester und Neujahr in Havana zu verbringen.

Achja, und Trinidad die Stadt? Doch, war nett. Aber einmal mehr waren es die Menschen, die den Unterschied machten.

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about 1 year ago by Paul

Hey Simone, schön von dir zu hören. Mehr Texte sind bereits in Arbeit! :)

about 1 year ago by Simone

Tolle Geschichten und fantastische Bilder, bin schon gespannt auf mehr...