Wernigerode, Germany

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Jul 24 - Jul 24, 2011

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Jul 24, 2011

Einige Zeit ist vergangen seit der Rückkehr nach Deutschland. Die Sachen sind ausgepackt und eingeräumt, und an die Reise erinnert äußerlich noch das große Schild, das meine Mutter im Zimmer aufgehängt hat: ‚From Alaska to Fireland and back to Germany‘.

‚From Alaska to Fireland‘ waren: Etwa 31.000km zurückgelegter Landweg, 14.000 Views auf den Blog, 18 Länder, 1 Mediamarkttüte, viele, viele interessante Menschen und unzählige Eindrücke.

Die Zeit war genial. Doch genauso war es schön, nach Hause zu kommen. Am Flughafen wurde ich mit großen Umarmungen empfangen und zu Hause begrüßten mich Weingummi, gutes Brot, Schimmelkäse, und und und - all die Dinge, die gefehlt hatten. Endlich konnte ich ein Bett in Anspruch nehmen, das mal länger als ein paar Tage meins sein würde, und im Kleiderschrank, der von nun an wieder den Rucksack ersetzt, hingen auch schon ein paar Sachen. Nach den verwaschenen T-Shirts des letzten Jahres freute ich mich unheimlich darüber.

Freunde und Familie wiederzusehen und wieder ein bisschen vermissten Komfort, das ist schön am nach Hause kommen. Aber es gibt auch Dinge, die einen weniger freuen: Das Wetter. Bei 38°C in der kolumbianischen Karibik bin ich ins Flugzeug gestiegen und raus kam ich bei vielleicht 17°C am Frankfurter Flughafen – mit kurzer Hose, T-Shirt und Flipflops. Schock. Das sich diese Jahreszeit Sommer nennt, ist schon schräg. Solche Temperaturen gab‘s in meinem ganzen letzten Jahr weniger als 4 Wochen. Die Heimkehr ging mit einer Erkältung los.

Viel ernüchternder als das Wetter ist aber noch die sich einstellende Erkenntnis, dass es jetzt vorbei ist. Umgeben von ein paar letzten Erinnerungsstücken, Fotos und kleinen Souvenirs von der Reise, realisiere ich, dass das Abenteuer nun ein Ende hat. Und wenn ich das mal vergesse, werde ich freundlich daran erinnert: „Wie geht’s denn nun bei dir weiter?“

Wenn alles so schnell normal wird, was bleibt dann noch? Mit meiner Mutter hatte ich vor der Abreise ein kleines Video gedreht – Erwartungen an die Reise. Nachdem ich das angeschaut hatte, musste ich überrascht feststellen, wie richtig zwar die Prognose war, was ungefähr auf der Reise passieren könnte, aber auch wie sehr ich mich verändert hatte.

Solch eine Entwicklung ist schwer in Worten festzuhalten. Ein Reisegefährte hat auf seinem letzten Blogeintrag geschrieben: „Reisen ist ein Einzelsport. Deine Niederlagen gehören nur dir - genauso wie deine Siege.“ Die zehntausend kleinen Erfahrungen des letzten Jahres kann man gar nicht alle mit anderen teilen. Die behält man ganz allein.

Reisen ist gute Medizin für das persönliche Wohlergehen, für die persönliche Entwicklung und für das eigene (Selbst)Bewusstsein. Oga hat mal gesagt (s. Buenos Aires die Zweite): “Traveling is no purpose, but it helps you find yours.” Frei: Reisen ist nicht der Sinn des Lebens, aber es hilft dir deinen zu finden. Eine wichtige Lektion.

Obwohl ich ein wenig traurig bin, dass die Reise vorbei ist, bin ich doch dankbar für alles, was sie mir gebracht hat. Heute freue ich mich auf die kommenden Herausforderungen. Mit Optimismus und Tatendrang schaue ich nach vorne, es sprudeln viele Ideen. Mehr denn je begreife ich das Leben als eine Reise, indem es unendlich viel zu entdecken gibt.

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Es war gut diese Reise anzutreten. Ich habe meine Entscheidung nicht einen Tag bereut.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig rüberbringen, wie spannend, lehrreich und schön das letzte Jahr für mich war. Ich bedanke mich für das Interesse am Reisetagebuch und wünsche viel Zuversicht für den eigenen Weg.

Paul

Im Sommer 2011

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